Ueber uns
2zspacerhspacergspacerlspacerjspacerhspaceraktuellesspacerwochenprogramspacerprojektespacerjahresthemaspacerbildergaleriespacerspenderspacerarchivspacer
familienzentrum

Unser Leitbild

Präambel

Schauen, begreifen,
schmecken, fühlen
den Geist beschäftigen
die Welt erleben
über sinnvoll
erlebte Aktivität.
Die Aktivität führt
zu einem Resultat,
schafft Befriedigung,
ein Gefühl des Glücks.

Diese Erfahrungen bilden einen gesunden Menschen heran, heilen vorangegangene Verletzungen. Die Kinder-Menschen können herangebildet werden zu Individuen der Gesellschaft, die Verantwortung übernehmen, Respekt und Achtung zeigen gegenüber der Arbeit und Leistung anderer, gegenüber Tieren und Pflanzen. Die Wut, die Zerstörungslust wird gemildert durch kreative, die Selbstständigkeit und Unabhängigkeit fördernde Aktivität.

Sozialraum

Eine Beschreibung von Arbeitsort und Arbeitsumfeld mit Verweis auf diverse Sozialdaten und Statistiken des Stadtteils Sahlkamp, jährlich geliefert von der Statistikstelle der Landeshauptstadt Hannover, ergibt das gewohnte Bild eines Stadtteils, der in einigen Bereichen einen sozialen Brennpunkt aufweist.
Demnach ist der Sahlkamp einer der hannoverschen Stadtteile mit einem der höchsten Anteile von Haushalten, die Hilfe zum Lebensunterhalt beziehen.
Einem der höchsten Anteile von Familien mit Migrationshintergrund.
Einem sehr hohen Anteil an Belegrechtswohnungen.
Einem der höchsten Anteile an Großfamilien.
Den meisten verschiedenen Nationalitätsgruppen.
Geringer Beschäftigungsmöglichkeiten im Wohnumfeld.

Bei einer Bewohnerschaft von etwa 14.000 Menschen ist der Sahlkamp einer der kinderreichsten Stadtteile Hannovers. Etwa 23% der Bevölkerung sind laut Statistikstelle unter 18 Jahre.

Im unmittelbaren Einzugsbereich des NaDu, der Hochhausbebauungen im Gebiet Spessartweg, Rhönweg, General-Wever-Straße, Elmstraße und Schwarzwaldstraße, leben etwa 2.500 Personen von denen etwa 750 unter 18 Jahre alt sind. Der Anteil von Familien mit Migrationshintergrund ist höher als im Stadtteildurchschnitt.

Die Zahl für die Arbeit mit den sogenannten Lückekindern zwischen 6 und 14 Jahren beträgt laut Statistikstelle etwa 350. Das NaDu - Kinderhaus ist momentan das einzige offene Angebot für diese Kinder in ihrem unmittelbaren Spielbereich.

Aus solchen Werten ließen sich je nach Bedarf unterschiedliche Szenarien von Verwahrlosung, Armut, Gewalt, Kriminalität, Perspektivlosigkeit oder Langeweile nachzeichnen. Eine Begründung für die gestaltende Arbeit in benachteiligten Quartieren liefern diese aber nur indirekt.

Eine zeitgemäße Grundlage sozialer Arbeit verlangt nach Erklärungen. Neuere Erklärungen leiten sich aus Potenzialen, nicht aus Defiziten ab. Defizite erklären sicherlich notwendige fürsorgerische Aspekte vernachlässigen aber häufig die Formulierung von Möglichkeiten und Ansprüchen, die über die bloße Abwendung von Not hinausgehen.
Die bloße Beschreibung eines sozialen Problems verursacht in der Gesellschaft nicht zwangsläufig ein Gefühl von Verantwortung. Das Auftreten und Aufdecken eines Defizits begründet nicht (oder nicht mehr) den Zwang, dieses Defizit aufzuheben und zu überwinden.

Leitbild

Unser Leitbild gründet sich auf dem zu Entwickelnden.

Die Beschreibung eines sozialen Raums als defizitär verweist auf das Fehlende. Defizitbewusstsein verleitet zur Ohnmacht und beinhaltet eine versteckte Forderung an die gesamtgesellschaftliche Verantwortung. Die Abwendung der Notlage steht im Vordergrund.

Die Beschreibung eines sozialen Raumes als Potenzial verweist auf das zu Entwickelte und beinhaltet die natürliche Annahme, dass es eine zukünftige Entwicklung geben wird. Potenziale müssen genutzt werden.

Die Entwicklung eines Potentials stellt Ziele in den Vordergrund, die die Eigeninitiative und Gestaltungskräfte der Betroffenen selbst aktivieren. Unser Leitbild gründet sich auf dem zu Entwickelnden. Das zu entwickelnde verweist auf die Möglichkeit der Veränderung. Eigeninitiative und Selbstbewusstsein verlangen nach Möglichkeiten. Möglichkeiten zu suchen und zu entwickeln ist unser Anliegen.

NaDu erkundet die individuellen Entwicklungsfelder seiner Besucher.Durch das Aufzeigen von Möglichkeiten erzeugt es Ansprüche.Das zu Entwickelnde aktiviert Eigeninitiative und Handlungsmotivation.Es ergeben sich Perspektiven.

Beispiel aus der Praxis:
Eine Frau aus dem Iran hat in ihrer Heimat als Journalistin gearbeitet.
Sie lebt seit einigen Monate im Stadtteil. Sie kann kein Deutsch.
Das NaDu bietet die Möglichkeit einer Teilnahme und das Erlernen der Sprache. Für die Iranerin bietet diese Möglichkeit einer Teilnahme und das Erlernen der Sprache die erlernten Fähigkeiten einzubringen. Das Ziel wird als Anspruch formuliert. Die Zukunftsmöglichkeit regt ihre Eigeninitiative an, lässt sie tätig werden. Neues Wissen und Handlungsaktivität zeigen ihr neue Perspektiven auf.

Unser Leitbild gründet sich auf der Wertschätzung von Unterschieden.

Die Orientierung an den spezifischen, ein Gemeinwesen produzierenden Zusammenhängen und Kommunikationswegen, die durch die individuelle Erfahrungs- und Lebenswelt der BewohnerInnen bestimmt werden, lässt darauf schließen, dass man nicht bloß die Quersumme verschiedener Herkunftskulturen vor sich hat.

Es ergibt sich ein spezifisches Umfeld individueller menschlicher Zielsuche. Die wichtigste Aufgabe hierbei ist die Übersetzung dieser Zielsuche in formulierbare, individuelle Ansprüche.

Das Ziel formuliert den Wunsch, der Wunsch den Anspruch. Der Anspruch beinhaltet die Möglichkeit.

Zusammen ergeben sie das zu Entwickelnde, die Eigeninitiative und die Motivation zu aktiver Selbsthilfe. Ähnliche Problemlagen verursachen, ungeachtet der Herkunft der Personen, ähnliche Ansprüche. Dies herauszustellen wäre eine Vergemeinschaftung der Ansprüche. Es ist die Achtung und Wertschätzung des Unterschieds bei Herausstellung des Moments der Gleichheit. Ausgangspunkt ist somit nicht der individuelle Unterschied, sondern der +Moment der Gleichheit in der Formulierung des Anspruchs.

Beispiel aus der Praxis:
Im Sahlkamp, dem Einzugsbereich des NaDu, leben Flüchtlinge aus unterschiedlichen Länder wie Afghanistan oder dem Libanon, Spätaussiedler aus der Ukraine, Deutsche oder Nachfahren ehemaliger Gastarbeiter. Diesen Gruppen werden unterschiedliche kulturelle und religiöse Eigenschaft zum Zweck der Unterscheidung zugewiesen. Dennoch haben alle das gemeinsame Ziel, sich Handlungsspielräume zu schaffen, ihre persönliche Lebenssituation zu verbessern, ihren Kindern eine Ausbildung zu ermöglichen, eine angenehme Wohnsituation zu haben, Geld zum Lebensunterhalt zu erwerben und an kulturellen Ereignissen teilzunehmen. Die positive Identifikation mit ihrer (neuen) Lebenswelt wird erreicht durch die Vergemeinschaftung gleicher Interessen. Dies kann Integration unter Beibehaltung der Herkunftsidentität bedeuten.

Beispiele

Unser Leitbild gründet sich auf Beteiligung und aktiver Selbsthilfe. Sinn schaffen durch sinnvolles Tun.

Die Angebote im Nadu wollen die Kinder und Erwachsenen zu größtmöglicher Beteiligung und Mitarbeit anregen anstelle bloßen Konsumierens. Das Erleben von gebraucht werden, Ausübung einer wichtigen sinnvollen Tätigkeit, Übertragung von Verantwortung und das Erhalten von Anerkennung für die erbrachte Leistung fördert das Selbstwertgefühl sowie das Erkennen von und die Lust am Erlernen neuer Fähigkeiten. Ein positives Selbstwertgefühl, Anerkennung und Achtung sind Voraussetzungen für eine gelungene Integration in die derzeitige und zukünftige Lebenswelt der Kinder und Erwachen.

Beispiel: Kinder-Kiosk
In der Offenen Treff-Arbeit mit den Kinder von 6 bis 14 Jahren wird ein Kinder-Kiosk angeboten, der von einem Kinder-Team betreut wird. Die Aufgabe der Kiosk Teamer sind zum Teil der Einkauf (eingekauft wird nach den Vorschlägen der Kinder im Rahmen der finanziellen Möglichkeiten), hauptsächlich der Verkauf von Süßigkeiten und Getränken und das Abrechnen der Einnahmen.

Beispiel: ,,Reinigungstrupp"
Am Ende des Spieltages erledigt eine Reinigungstruppe von Kindern die Aufräum- und Reinigungsarbeiten wie Stühle hochstellen, fegen, Waschbecken säubern, saugen und gelegentlich Fenster putzen.

Beispiel: Müllsammelaktionen
Bei dieser Aktion sammeln die Kinder Müll aus den Grünanlagen und von den Wegen. Der gesammelte Müll wird sortiert Papier, Glas, Plastik, Restmüll- und anschließend entsprechend entsorgt. Dadurch wird in ersten kleinen Schritten das Bewusstsein für Umweltschutz geschult sowie die Übernahme von Verantwortung für die Sauberkeit und Schönheit des unmittelbaren Wohnumfeldes eingeübt.

Angebote wie Gartenpflege, Kochen, Backen, Basteln, Malen, Tanzen und Werken sind ebenso beliebte Aktivitäten, die alle dasselbe Ziel haben:
die Förderung eines gesunden heranwachsenden Menschen ungeachtet seiner Herkunft, Nationalitätszugehörigkeit oder Religion.

Gemeinschaft schaffen durch Kommunikation

Beispiel: Deutschkurse
Im NaDu werden mehrere Deutschkurse mit Kinderbetreuung für die BewohnerInnen aus dem unmittelbaren Wohnumfeld angeboten. Der Erwerb der Sprache schafft Wissen und befreit aus der Isolation. Ermutigt durch die immer bessere Beherrschung der deutschen Sprache können die Teilnehmenden engagiert am sozialen Geschehen ihres Lebensraumes partizipieren. Sie beteiligen sich an Gemeinwohlaufgaben und erleben selbstwertstärkende Anerkennung.

Beispiel: Frauen-Cafe
Zum einmal wöchentlich stattfindenden Frauen-Cafe bringt jede Frau etwas zum gemeinsamen Frühstück mit. Die Frauen planen, womit sie sich beschäftigen wollen, z.B. mit Fragen zum Thema Erziehung, Energiesparen oder Kosmetik. Dazu werden gelegentlich fachkundige Referentinnen eingeladen. Gemeinsam unternehmen die Teilnehmerinnen Ausflüge oder veranstalten Feste.

Orientierung durch Bildung und Erlebnisse

Beispiel: Drogenberatung für Eltern und Drogenprävention für Kinder.
Zum Thema Drogen, Gefahren und Umgang damit in Krisensituationen veranstaltet das Kinderhaus in Zusammenarbeit mit der Drogenberatungsstelle Informationsnachmittage für Eltern. Aufgrund der Vielsprachigkeit im Stadtteil werden die Veranstaltungen mit einer Übersetzerin für eine jeweilige Sprachgruppe mehrfach durchgeführt. Für die Kinder wird entsprechend ein kindergerechtes Präventions-Programm angeboten.

Beispiel: Internationaler Frauenclub Sahlkamp
Etwa regelmäßig alle 6 Wochen werden die Frauen aus dem Stadtteil zum Internationalen Frauenabend mit Tanz, Spielangeboten und kulinarischen Genüssen eingeladen. Organisiert wird die Veranstaltung vom NaDu in Zusammenarbeit mit ehrenamtlich tätigen Clubfrauen.

Spaß haben durch vielfältige Freizeitaktivitäten

Beispiel: Ausflüge
Mit den Kindern werden oft Ausflüge in die nähre Umgebung zu Veranstaltungsorten wie Schwimmen, Schlittschuhbahn, Kino oder Naturlandschaften unternommen.

Darüber hinaus werden erlebnispädagogische Angebote wie Reit-, Kletter- oder Kanufreizeiten durchgeführt. Bei all diesen Aktivitäten stehen Spaß haben und gemeinsames Erleben im Vordergrund. Die verbindenden Eindrücke und positiven Emotionen bewirken bleibende Lernmomente für eine gesunde Entwicklung der Heranwachsenden.

Entsprechend unserem Leitbild befinden auch wir uns in der ständigen Weiterentwicklung unseres Konzeptes und unserer Arbeit - entsprechend der Weiterentwicklung der Menschen in unserem Umfeld. Mit unserer Arbeit stärken wir die Menschen im Stadtteil Sahlkamp in Hannover.
Toleranz, Gemeinschaft und Optimismus wachsen. Wir fördern Motivation und Inspiration.

Unsere Ausführungen geben einen Überblick über die zugrunde liegenden Gedanken unserer Arbeit und über unsere Tätigkeit in Form von Beispielen. Wir wissen, dass ein persönliches Gespräch häufig mehr erklärt als noch so viele Beschreibungen - Also sprechen Sie uns an.

 

spacer